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ÖVI-Form Nr. 13K /05/2014

Anhang: Muster-Widerrufsformular für Fern- und Auswärtsge-
schäfte gem. Anhang I zu BGBl. I 2014/33

Trotz größter Sorgfalt bei der Erstellung dieser Information kann der ÖVI
keine wie immer geartete Haftung für die inhaltliche Richtigkeit übernehmen.

I. Nebenkosten bei Kaufverträgen

1. Grunderwerbsteuer vom Wert der Gegenleistung 3,5 %
(Ermäßigung oder Befreiung in Sonderfällen möglich)

2. Grundbuchseintragungsgebühr (Eigentumsrecht) 1,1 %

3. Kosten der Vertragserrichtung und grundbücherlichen Durchführung nach
Vereinbarung im Rahmen der Tarifordnung des jeweiligen Urkundenerrichters sowie Bar-
auslagen für Beglaubigungen und Stempelgebühren

4. Kosten der Mitteilung und Selbstberechnung der Immobilienertragsteuer
durch den Parteienvertreter
nach Vereinbarung im Rahmen der Tarifordnung des
jeweiligen Urkundenerrichters

5. Verfahrenskosten und Verwaltungsabgaben für Grundverkehrsverfahren
(länderweise unterschiedlich)

6. Förderungsdarlehen bei Wohnungseigentumsobjekten und Eigenheimen –
Übernahme durch den Erwerber:

Neben der laufenden Tilgungsrate außerordentliche Tilgung bis zu 50 % des aushaftenden
Kapitals bzw. Verkürzung der Laufzeit möglich. Der Erwerber hat keinen Rechtsanspruch
auf Übernahme eines Förderungsdarlehens.

7. Allfällige Anliegerleistungen
laut Vorschreibung der Gemeinde (Aufschließungskosten und Kosten der Baureifmachung
des Grundstückes) sowie Anschlussgebühren und -kosten (Strom, Gas, Wasser, Kanal,
Telefon etc.)

8. Vermittlungsprovision (gesetzlich vorgesehene Höchstprovision)

A) bei Kauf, Verkauf oder Tausch von

Liegenschaften oder Liegenschafts anteilen

Liegenschaftsanteilen, an denen Wohnungseigentum besteht oder vereinbarungsgemäß
begründet wird

Unternehmen aller Art

Abgeltungen für Superädifikate auf einem Grundstück

bei einem Wert

bis EUR 36.336,42 je 4 %

von EUR 36.336,43 bis EUR 48.448,50 EUR 1.453,46 *

ab EUR 48.448,51 je 3 %
von beiden Auftraggebern (Verkäufer und Käufer) jeweils zzgl. 20 % USt.

* Schwellenwertregelung gem. § 12 Abs. 4 ImmobilienmaklerVO

B) bei Optionen

50 % der Provision gem. Punkt 8. A, welche im Fall des Kaufes durch den Optionsbe-
rechtigten angerechnet werden.

II. Nebenkosten bei Hypothekardarlehen

1. Grundbucheintragungsgebühr 1,2%

2. Allgemeine Rangordnung
für die Verpfändung 0,6 %

3. Kosten der Errichtung der Schuldurkunde nach dem Tarif des jeweiligen Urkunden-
errichters

4. Barauslagen für Beglaubigungen und Stempelgebühren laut Tarif

5. Kosten der allfälligen Schätzung laut Sachverständigentarif

6. Vermittlungsprovision: Darf den Betrag von 2 % der Darlehenssumme nicht über-
steigen, sofern die Vermittlung im Zusammenhang mit einer Vermittlung gemäß § 15 Abs.
1 IMVO steht. Besteht kein solcher Zusammenhang, so darf die Provision oder sonstige
Vergütung 5 % der Darlehenssumme nicht übersteigen.

III. Energieausweis

Das Energieausweis-Vorlage-Gesetz (EAVG 2012) schreibt vor, dass der Verkäufer bei Ver-
kauf
eines Gebäudes oder eines Nutzungsobjektes dem Käufer rechtzeitig vor Abgabe der
Vertragserklärung einen zu diesem Zeitpunkt höchstens zehn Jahre alten Energieausweis
vorzulegen, und ihm diesen spätestens 14 Tage nach Vertragsabschluss auszuhändigen hat.
Sollte dies nicht erfolgen, hat der Käufer das Recht, nach erfolgloser Aufforderung an den
Verkäufer entweder selbst einen Energieausweis zu beauftragen und die angemessenen
Kosten binnen 3 Jahren gerichtlich geltend zu machen, oder direkt die Aushändigung eines
Energieausweises einzuklagen.

Seit Inkrafttreten des EAVG 2012 am 01.12.2012 müssen bei Anzeigen in Druckwerken und
elektronischen Medien der Heizwärmebedarf (HWB) und der Gesamtenergieeffizienzfaktor
(fGEE) angegeben werden. Diese Verpflichtung trifft sowohl den Verkäufer als auch den von
ihm beauftragten Immobilienmakler.

Energieausweise, die vor Inkrafttreten des EAVG 2012 erstellt wurden, behalten ihre Gültig-
keit für die Dauer von 10 Jahren ab Ausstellungsdatum, auch wenn „nur“ der Heizwärme-
bedarf (HWB), nicht aber der Gesamtenergieeffizienzfaktor (fGEE) abgebildet ist. Liegt für
ein Gebäude ein solcher Energieausweis vor, ist auch im Inserat nur der HWB-Kennwert
(bezogen auf das Standortklima) anzuführen.

Der Verkäufer hat die Wahl, entweder einen Energieausweis über die Gesamtenergieeffi-
zienz des Nutzungsobjekts oder die Gesamtenergieeffizienz eines vergleichbaren Nutzungs-
objekts im selben Gebäude oder die Gesamtenergieeffizienz des gesamten Gebäudes
auszuhändigen. Für Einfamilienhäuser kann die Vorlage- und Aushändigungspflicht auch
durch einen Energieausweis eines vergleichbaren Gebäudes erfüllt werden. Diese Vergleich-
barkeit muss der Energieausweisersteller aber bestätigen.

Der Energieausweis ist nach den jeweiligen landesrechtlichen Vorschriften zu erstellen und
soll eine vergleichbare Information über den energetischen „Normverbrauch“ eines Objekts
verschaffen. Die Berechnung der Energiekennzahlen basiert auf nutzungsunabhängigen
Kenngrößen bei vordefinierten Rahmenbedingungen, weshalb bei tatsächlicher Nutzung
erhebliche Abweichungen auftreten können.

Wird kein Energieausweis vorgelegt, gilt gem. §7 EAVG zumindest eine dem Alter und Art
des Gebäudes entsprechende Gesamtenergieeffizienz als vereinbart.

Seit 01.12.2012 gilt österreichweit ein einheitlicher Ausnahmekatalog. Denkmalgeschützte
Objekte sind – anders als bisher – nicht mehr von der Vorlagepflicht ausgenommen.

Ebenfalls ab Inkrafttreten des neuen EAVG 2012 sind Verwaltungsstrafbestimmungen zu
beachten. Sowohl der Verkäufer als auch der Immobilienmakler, der es unterlässt, die
Kennwerte HWB und fGEE im Inserat anzugeben, ist mit einer Geldstrafe von bis zu EUR
1.450,– zu bestrafen. Der Makler ist dann entschuldigt, wenn er den Verkäufer über die
Informationspflichten aufgeklärt hat und ihn zur Bekanntgabe der beiden Werte bzw. zur
Einholung eines Energieausweises aufgefordert hat, der Verkäufer dies aber abgelehnt hat.
Der Verkäufer ist des Weiteren mit einer Verwaltungsstrafe bis zu EUR 1.450,– konfrontiert,
wenn er die Vorlage und/oder Aushändigung des Energieausweises unterlässt.

IV. Grundlagen der Maklerprovision

§ 6 Abs. 1, 3 und 4; § 7 Abs. 1; §§ 10 und 15 Maklergesetz

§ 6 (1) Der Auftraggeber ist zur Zahlung einer Provision für den Fall verpflichtet, dass das
zu vermittelnde Geschäft durch die vertragsgemäße verdienstliche Tätigkeit des Maklers
mit einem Dritten zustande kommt.

(3) Der Makler hat auch dann Anspruch auf Provision, wenn auf Grund seiner Tätigkeit
zwar nicht das vertragsgemäß zu vermittelnde Geschäft, wohl aber ein diesem nach seinem
Zweck wirtschaftlich gleichwertiges Geschäft zustande kommt.

(4) Dem Makler steht keine Provision zu, wenn er selbst Vertragspartner des Geschäfts wird.
Dies gilt auch, wenn das mit dem Dritten geschlossene Geschäft wirtschaftlich einem Ab-
schluss durch den Makler selbst gleichkommt. Bei einem sonstigen familiären oder wirtschaft-
lichen Naheverhältnis zwischen dem Makler und dem vermittelten Dritten, das die Wahrung
der Interessen des Auftraggebers beeinträchtigen könnte, hat der Makler nur dann einen
Anspruch auf Provision, wenn er den Auftraggeber unverzüglich auf dieses Naheverhältnis
hinweist.

§ 7 (1) Der Anspruch auf Provision entsteht mit der Rechtswirksamkeit des vermittelten
Geschäfts. Der Makler hat keinen Anspruch auf einen Vorschuss.

§ 10 Der Provisionsanspruch und der Anspruch auf den Ersatz zusätzlicher Aufwendungen
wer- den mit ihrer Entstehung fällig.

Besondere Provisionsvereinbarungen

§ 15 (1) Eine Vereinbarung, wonach der Auftraggeber, etwa als Entschädigung oder Er-
satz für Aufwendungen und Mühewaltung, auch ohne einen dem Makler zurechenbaren
Vermittlungserfolg einen Betrag zu leisten hat, ist nur bis zur Höhe der vereinbarten oder
ortsüblichen Provision und nur für den Fall zulässig, dass

1. das im Maklervertrag bezeichnete Geschäft wider Treu und Glauben nur deshalb nicht
zustande kommt, weil der Auftraggeber entgegen dem bisherigen Verhandlungsverlauf
einen für das Zustandekommen des Geschäftes erforderlichen Rechtsakt ohne beachtens-
werten Grund unterlässt;

2. mit dem vom Makler vermittelten Dritten ein anderes als ein zweckgleichwertiges Geschäft
zustande kommt, sofern die Vermittlung des Geschäfts in den Tätigkeitsbereich des Maklers
fällt;

3. das im Maklervertrag bezeichnete Geschäft nicht mit dem Auftraggeber, sondern mit einer
anderen Person zustande kommt, weil der Auftraggeber dieser die ihm vom Makler bekannt
gegebene Möglichkeit zum Abschluss mitgeteilt hat oder das Geschäft nicht mit dem vermit-
telten Dritten, sondern mit einer anderen Person zustande kommt, weil der vermittelte Dritte
dieser die Geschäftsgelegenheit bekannt gegeben hat, oder

4. das Geschäft nicht mit dem vermittelten Dritten zustande kommt, weil ein gesetzliches
oder ein vertragliches Vorkaufs-, Wiederkaufs- oder Eintrittsrecht ausgeübt wird.

(2) Eine solche Leistung kann bei einem Alleinvermittlungsauftrag weiters für den Fall ver-
einbart werden, dass

1. der Alleinvermittlungsauftrag vom Auftraggeber vertragswidrig ohne wichtigen Grund
vorzeitig aufgelöst wird;

2. das Geschäft während der Dauer des Alleinvermittlungsauftrags vertragswidrig durch
die Vermittlung eines anderen vom Auftraggeber beauftragten Maklers zustande gekom-
men ist, oder

3. das Geschäft während der Dauer des Alleinvermittlungsauftrags auf andere Art als durch
die Vermittlung eines anderen vom Auftraggeber beauftragten Maklers zustande gekommen
ist.

(3) Leistungen nach Abs. 1 und Abs. 2 gelten als Vergütungsbetrag im Sinn des § 1336
ABGB.

Eine Vereinbarung nach § 15 MaklerG ist bei Maklerverträgen mit Verbrauchern
schriftlich zu treffen.

V. Informationspflichten gegenüber Verbrauchern

Informationspflichten des Immobilienmaklers

§ 30 b KSchG (1) Der Immobilienmakler hat vor Abschluss des Maklervertrags dem Auf-
traggeber, der Verbraucher ist, mit der Sorgfalt eines ordentlichen Immobilienmaklers eine
schriftliche Übersicht zu geben, aus der hervorgeht, dass er als Makler einschreitet, und die
sämtliche, dem Verbraucher durch den Abschluss des zu vermittelnden Geschäfts voraus-
sichtlich erwachsenden Kosten, einschließlich der Vermittlungsprovision ausweist. Die Höhe
der Vermittlungsprovision ist gesondert anzuführen; auf ein allfälliges wirtschaftliches oder
familiäres Naheverhältnis im Sinn des § 6 Abs. 4 dritter Satz MaklerG ist hinzuweisen. Wenn
der Immobilienmakler kraft Geschäftsgebrauchs als Doppelmakler tätig sein kann, hat diese
Übersicht auch einen Hinweis darauf zu enthalten. Bei erheblicher Änderung der Verhältnisse
hat der Immobilienmakler die Übersicht entsprechend richtig zu stellen. Erfüllt der Makler
diese Pflichten nicht spätestens vor Vertragserklärung des Auftraggebers zum vermittelten
Geschäft, so gilt § 3 Abs. 4 MaklerG.

(2) Der Immobilienmakler hat dem Auftraggeber die nach § 3 Abs. 3 MaklerG erforderlichen
Nachrichten schriftlich mitzuteilen. Zu diesen zählen jedenfalls auch sämtliche Umstände, die
für die Beurteilung des zu vermittelnden Geschäfts wesentlich sind.

ANMERKUNG: Aufgrund des bestehenden Geschäftsgebrauchs können Immo-
bilienmakler auch ohne ausdrückliche Einwilligung des Auftraggebers als Doppel-
makler tätig sein.
Wird der Immobilienmakler auftragsgemäß nur für eine Partei des zu
vermittelnden Geschäfts tätig, hat er dies dem Dritten mitzuteilen.

Informationspflichten bei Fern- und Auswärtsgeschäften,
Inhalt der Informationspflicht; Rechtsfolgen

anzuwenden auf

Außergeschäftsraumverträge (AGV) zwischen Unternehmer und Verbraucher,

die bei gleichzeitiger körperlicher Anwesenheit des Unternehmers und des Verbrauchers an
einem Ort geschlossen werden, der kein Geschäftsraum des Unternehmers ist,

für die der Verbraucher unter den genannten Umständen ein Angebot gemacht hat, oder

die in den Geschäftsräumen des Unternehmers oder durch Fernkommunikationsmittel ge-
schlossen werden, unmittelbar nachdem der Verbraucher an einem anderen Ort als den
Geschäftsräumen des Unternehmers oder dessen Beauftragten und des Verbrauchers
persönlich und individuell angesprochen wurde oder

Fernabsatzgeschäfte (FAG), das sind Verträge, die zwischen einem Unternehmer und
einem Verbraucher ohne gleichzeitige Anwesenheit des Unternehmers und des Verbrau-
chers im Rahmen eines für Fernabsatz organisierten Vertriebs- oder Dienstleistungssystems
geschlossen werden, wobei bis einschließlich des Zustandekommens des Vertrags ausschließ-
lich Fernkommunikationsmittel (Post, Internet, E-Mail, Telefon, Fax) verwendet werden.

Vom Anwendungsbereich ausgenommen sind Verträge über

die Begründung, den Erwerb oder die Übertragung von Eigentum oder anderen Rechten
an unbeweglichen Sachen (§ 1 Abs 2 Z 6 FAGG),

den Bau von neuen Gebäuden, erhebliche Umbaumaßnahmen an bestehenden Gebäuden
oder die Vermietung von Wohnraum (§ 1 Abs 2 Z 7 FAGG);

§ 4 FAGG (1) Bevor der Verbraucher durch einen Vertrag oder seine Vertragserklärung
gebunden ist, muss ihn der Unternehmer in klarer und verständlicher Weise über Folgendes
informieren:

1. die wesentlichen Eigenschaften der Ware oder Dienstleistung in dem für das Kommuni-
kationsmittel und die Ware oder Dienstleistung angemessenen Umfang,

2. den Namen oder die Firma des Unternehmers sowie die Anschrift seiner Niederlas-
sung,

3. gegebenenfalls

a) die Telefonnummer, die Faxnummer und die E-Mail-Adresse, unter denen der Ver-
braucher den Unternehmer schnell erreichen und ohne besonderen Aufwand mit ihm in
Verbindung treten kann,

b) die von der Niederlassung des Unternehmers abweichende Geschäftsanschrift, an die
sich der Verbraucher mit jeder Beschwerde wenden kann, und

c) den Namen oder die Firma und die Anschrift der Niederlassung jener Person, in deren
Auftrag der Unternehmer handelt, sowie die allenfalls abweichende Geschäftsanschrift dieser
Person, an die sich der Verbraucher mit jeder Beschwerde wenden kann,

4. den Gesamtpreis der Ware oder Dienstleistung einschließlich aller Steuern und Abgaben,
wenn aber der Preis aufgrund der Beschaffenheit der Ware oder Dienstleistung vernünftiger-
weise nicht im Voraus berechnet werden kann, die Art der Preisberechnung und gegebenen-
falls alle zusätzlichen Fracht-, Liefer-, Versand- oder sonstigen Kosten oder, wenn diese
Kosten vernünftigerweise nicht im Voraus berechnet werden können, das allfällige Anfallen
solcher zusätzlichen Kosten,

5. bei einem unbefristeten Vertrag oder einem Abonnementvertrag die für jeden Abrech-
nungszeitraum anfallenden Gesamtkosten, wenn für einen solchen Vertrag Festbeträge in
Rechnung gestellt werden, die monatlichen Gesamtkosten, wenn aber die Gesamtkosten
vernünftigerweise nicht im Voraus berechnet werden können, die Art der Preisberechnung,

6. die Kosten für den Einsatz der für den Vertragsabschluss genutzten Fernkommunikations-
mittel, sofern diese nicht nach dem Grundtarif berechnet werden,

7. die Zahlungs-, Liefer- und Leistungsbedingungen, den Zeitraum, innerhalb dessen nach
der Zusage des Unternehmers die Ware geliefert oder die Dienstleistung erbracht wird, so-
wie ein allenfalls vorgesehenes Verfahren beim Umgang des Unternehmers mit Beschwerden,

8. bei Bestehen eines Rücktrittsrechts die Bedingungen, die Fristen und die Vorgangsweise
für die Ausübung dieses Rechts, dies unter Zurverfügungstellung des Muster-Widerrufsfor-
mulars,

9. gegebenenfalls die den Verbraucher im Fall seines Rücktritts vom Vertrag gemäß § 15
treffende Pflicht zur Tragung der Kosten für die Rücksendung der Ware sowie bei Fernab-
satzverträgen über Waren, die wegen ihrer Beschaffenheit üblicherweise nicht auf dem
Postweg versendet werden, die Höhe der Rücksendungskosten,

10. gegebenenfalls die den Verbraucher im Fall seines Rücktritts vom Vertrag gemäß § 16
treffende Pflicht zur Zahlung eines anteiligen Betrags für die bereits erbrachten Leistungen,

11. gegebenenfalls über das Nichtbestehen eines Rücktrittsrechts nach § 18 oder über die
Umstände, unter denen der Verbraucher sein Rücktrittsrecht verliert,

12. zusätzlich zu dem Hinweis auf das Bestehen eines gesetzlichen Gewährleistungsrechts für
die Ware gegebenenfalls das Bestehen und die Bedingungen von Kundendienstleistungen
und von gewerblichen Garantien,

13. gegebenenfalls bestehende einschlägige Verhaltenskodizes gemäß § 1 Abs. 4 Z 4 UWG
und darüber, wie der Verbraucher eine Ausfertigung davon erhalten kann,

14. gegebenenfalls die Laufzeit des Vertrags oder die Bedingungen für die Kündigung
unbefristeter Verträge
oder sich automatisch verlängernder Verträge,

15. gegebenenfalls die Mindestdauer der Verpflichtungen, die der Verbraucher mit dem Ver-
trag eingeht,

16. gegebenenfalls das Recht des Unternehmers, vom Verbraucher die Stellung einer Kau-
tion oder anderer finanzieller Sicherheiten zu verlangen, sowie deren Bedingungen,

17. gegebenenfalls die Funktionsweise digitaler Inhalte einschließlich anwendbarer tech-
nischer Schutzmaßnahmen für solche Inhalte,

18. gegebenenfalls — soweit wesentlich — die Interoperabilität digitaler Inhalte mit Hard-
und Software, soweit diese dem Unternehmer bekannt ist oder vernünftigerweise bekannt
sein muss, und

19. gegebenenfalls die Möglichkeit des Zugangs zu einem außergerichtlichen Beschwerde-
und Rechtsbehelfsverfahren, dem der Unternehmer unterworfen ist, und die Voraussetz-
ungen für diesen Zugang.

(2) Im Fall einer öffentlichen Versteigerung können anstelle der in Abs. 1 Z 2 und 3 ge-
nannten Informationen die entsprechenden Angaben des Versteigerers übermittelt werden.

(3) Die Informationen nach Abs. 1 Z 8, 9 und 10 können mittels der Muster-Widerrufs-
belehrung
erteilt werden. Mit dieser formularmäßigen Informationserteilung gelten die
genannten Informationspflichten des Unternehmers als erfüllt, sofern der Unternehmer dem
Verbraucher das Formular zutreffend ausgefüllt übermittelt hat.

(4) Die dem Verbraucher nach Abs. 1 erteilten Informationen sind Vertragsbestandteil.
Änderungen sind nur dann wirksam, wenn sie von den Vertragsparteien ausdrücklich ver-
einbart wurden.

(5) Hat der Unternehmer seine Pflicht zur Information über zusätzliche und sonstige Kosten
nach Abs. 1 Z 4 oder über die Kosten für die Rücksendung der Ware nach Abs. 1 Z 9 nicht
erfüllt, so hat der Verbraucher die zusätzlichen und sonstigen Kosten nicht zu tragen.

(6) Die Informationspflichten nach Abs. 1 gelten unbeschadet anderer Informationspflichten
nach gesetzlichen Vorschriften, die auf der Richtlinie 2006/123/EG über Dienstleistungen im
Binnenmarkt, ABl. Nr. L 376 vom 27.12.2006, S. 36, oder auf der Richtlinie 2000/31/EG
über bestimmte rechtliche Aspekte der Dienste der Informationsgesellschaft, insbesondere
des elektronischen Geschäftsverkehrs, im Binnenmarkt, ABl. Nr. L 178 vom 17.07.2000,
S. 1, beruhen.

Informationserteilung bei außerhalb von Geschäftsräumen
geschlossenen Verträgen

§ 5 FAGG (1) Bei außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Verträgen sind die in §
4 Abs. 1 genannten Informationen dem Verbraucher auf Papier oder, sofern der Ver-
braucher dem zustimmt, auf einem anderen dauerhaften Datenträger
bereitzu-
stellen. Die Informationen müssen lesbar, klar und verständlich sein.

(2) Der Unternehmer hat dem Verbraucher eine Ausfertigung des unterzeichneten Ver-
tragsdokuments oder die Bestätigung des geschlossenen Vertrags auf Papier oder, sofern
der Verbraucher dem zustimmt, auf einem anderen dauerhaften Datenträger bereitzustellen.
Gegebenenfalls muss die Ausfertigung oder Bestätigung des Vertrags auch eine Bestätigung
der Zustimmung und Kenntnisnahme des Verbrauchers nach § 18 Abs. 1 Z 11 enthalten.

Informationserteilung bei Fernabsatzverträgen

§ 7 FAGG (1) Bei Fernabsatzverträgen sind die in § 4 Abs. 1 genannten Informationen dem
Verbraucher klar und verständlich in einer dem verwendeten Fernkommunikationsmittel
angepassten Art und Weise bereitzustellen. Werden diese Informationen auf einem dauer-
haften Datenträger
bereitgestellt, so müssen sie lesbar sein.

(2) Wird der Vertrag unter Verwendung eines Fernkommunikationsmittels geschlossen,
bei dem für die Darstellung der Information nur begrenzter Raum oder begrenzte Zeit zur
Verfügung steht, so hat der Unternehmer dem Verbraucher vor dem Vertragsabschluss
über dieses Fernkommunikationsmittel zumindest die in § 4 Abs. 1 Z 1, 2, 4, 5, 8 und 14
genannten Informationen über die wesentlichen Merkmale der Waren oder Dienstleistungen,
den Namen des Unternehmers, den Gesamtpreis, das Rücktrittsrecht, die Vertragslaufzeit
und die Bedingungen der Kündigung unbefristeter Verträge zu erteilen. Die anderen in § 4
Abs. 1 genannten Informationen sind dem Verbraucher auf geeignete Weise unter Beach-
tung von Abs. 1 zu erteilen.

(3) Der Unternehmer hat dem Verbraucher innerhalb einer angemessenen Frist nach dem
Vertragsabschluss, spätestens jedoch mit der Lieferung der Waren oder vor dem Beginn
der Dienstleistungserbringung, eine Bestätigung des geschlossenen Vertrags auf einem
dauerhaften Datenträger zur Verfügung zu stellen, die die in § 4 Abs. 1 genannten Infor-
mationen enthält, sofern er diese Informationen dem Verbraucher nicht schon vor Ver-
tragsabschluss auf einem dauerhaften Datenträger bereitgestellt hat. Gegebenenfalls muss
die Vertragsbestätigung auch eine Bestätigung der Zustimmung und Kenntnisnahme des
Verbrauchers nach § 18 Abs. 1 Z 11 enthalten.

Besondere Erfordernisse bei elektronisch geschlossenen Verträgen

§ 8 FAGG (1) Wenn ein elektronisch, jedoch nicht ausschließlich im Weg der elektroni-
schen Post oder eines damit vergleichbaren individuellen elektronischen Kommunikations-
mittels geschlossener Fernabsatzvertrag den Verbraucher zu einer Zahlung verpflichtet,
hat der Unternehmer den Verbraucher, unmittelbar bevor dieser seine Vertragserklärung
abgibt, klar und in hervorgehobener Weise auf die in § 4 Abs. 1 Z 1, 4, 5, 14 und 15 ge-
nannten Informationen hinzuweisen.

(2) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass der Verbraucher bei der Bestellung aus-
drücklich bestätigt, dass die Bestellung mit einer Zahlungsverpflichtung verbunden ist.
Wenn der Bestellvorgang die Aktivierung einer Schaltfläche oder die Betätigung einer
ähnlichen Funktion erfordert, muss diese Schaltfläche oder Funktion gut lesbar ausschließ-
lich mit den Worten „zahlungspflichtig bestellen“ oder einer gleichartigen, eindeutigen For-
mulierung gekennzeichnet sein, die den Verbraucher darauf hinweist, dass die Bestellung
mit einer Zahlungsverpflichtung gegenüber dem Unternehmer verbunden ist. Kommt der
Unternehmer den Pflichten nach diesem Absatz nicht nach, so ist der Verbraucher an den
Vertrag oder seine Vertragserklärung nicht gebunden.

(3) Auf Websites für den elektronischen Geschäftsverkehr ist spätestens bei Beginn des
Bestellvorgangs klar und deutlich anzugeben, ob Lieferbeschränkungen bestehen und
welche Zahlungsmittel akzeptiert werden.

(4) Die Abs. 1 bis 3 gelten auch für die in § 1 Abs. 2 Z 8 genannten Verträge. Die Regel-
ungen in Abs. 2 zweiter und dritter Satz gelten auch für die in § 1 Abs. 2 Z 2 und 3 ge-
nannten Verträge, sofern diese auf die in Abs. 1 angeführte Weise geschlossen werden.

Definition „dauerhafter Datenträger“:

Papier, USB-Sticks, CD-ROMs, DVDs, Speicherkarten und Computerfestplatten, speicher-
bare und wiedergebbare E-Mails.

Besondere Erfordernisse bei telefonisch geschlossenen Verträgen

§ 9 FAGG (1) Bei Ferngesprächen mit Verbrauchern, die auf den Abschluss eines Fernab-
satzvertrags abzielen, hat der Unternehmer dem Verbraucher zu Beginn des Gesprächs
seinen Namen oder seine Firma, gegebenenfalls den Namen der Person, in deren Auftrag
er handelt, sowie den geschäftlichen Zweck des Gesprächs offenzulegen.

(2) Bei einem Fernabsatzvertrag über eine Dienstleistung, der während eines vom Unter-
nehmer eingeleiteten Anrufs ausgehandelt wurde, ist der Verbraucher erst gebunden,
wenn der Unternehmer dem Verbraucher eine Bestätigung seines Vertragsanbots auf einem
dauerhaften Datenträger zur Verfügung stellt und der Verbraucher dem Unternehmer hier-
auf eine schriftliche Erklärung über die Annahme dieses Anbots auf einem dauerhaften
Datenträger übermittelt.

VI. Rücktrittsrechte

1. Rücktritt vom Maklervertrag (Alleinvermittlungsauftrag, Vermittlungsauftrag,
Maklervertrag mit dem Interessenten) bei Abschluss des Maklervertrags über
Fernabsatz
oder bei Abschluss des Maklervertrags außerhalb der Geschäftsräume
des Unternehmers
(§ 11 FAGG)

Rücktrittsrecht und Rücktrittsfrist

§ 11 FAGG (1) Der Verbraucher kann von einem Fernabsatzvertrag oder einem außerhalb
von Geschäftsräumen geschlossenen Vertrag binnen 14 Tagen ohne Angabe von Gründen
zurücktreten. Die Frist zum Rücktritt beginnt bei Dienstleistungsverträgen mit dem Tag des
Vertragsabschlusses.

Unterbliebene Aufklärung über das Rücktrittsrecht

§ 12 FAGG (1) Ist der Unternehmer seiner Informationspflicht nach § 4 Abs. 1 Z 8 nicht
nachgekommen, so verlängert sich die in § 11 vorgesehene Rücktrittsfrist um zwölf Monate.

(2) Holt der Unternehmer die Informationserteilung innerhalb von zwölf Monaten ab dem
für den Fristbeginn maßgeblichen Tag nach, so endet die Rücktrittsfrist 14 Tage nach dem
Zeitpunkt, zu dem der Verbraucher diese Information erhält.

Ausübung des Rücktrittsrechts

§ 13 FAGG (1) Die Erklärung des Rücktritts ist an keine bestimmte Form gebunden. Der
Verbraucher kann dafür das Muster-Widerrufsformular verwenden. Die Rücktrittsfrist
ist gewahrt, wenn die Rücktrittserklärung innerhalb der Frist abgesendet wird.

(2) Der Unternehmer kann dem Verbraucher auch die Möglichkeit einräumen, das Muster-
Widerrufsformular oder eine anders formulierte Rücktrittserklärung auf der Website des
Unternehmers elektronisch auszufüllen und abzuschicken. Gibt der Verbraucher eine Rück-
trittserklärung auf diese Weise ab, so hat ihm der Unternehmer unverzüglich eine Bestäti-
gung über den Eingang der Rücktrittserklärung auf einem dauerhaften Datenträger zu
übermitteln.

Beginn der Vertragserfüllung vor Ablauf der Rücktrittsfrist

§ 10 FAGG Hat ein Fernabsatzvertrag oder ein außerhalb von Geschäftsräumen geschlos-
sener Vertrag eine Dienstleistung, die nicht in einem begrenzten Volumen oder in einer be-
stimmten Menge angebotene Lieferung von Wasser, Gas oder Strom oder die Lieferung
von Fernwärme zum Gegenstand und wünscht der Verbraucher, dass der Unternehmer
noch vor Ablauf der Rücktrittsfrist nach § 11 mit der Vertragserfüllung beginnt, so muss
der Unternehmer den Verbraucher dazu auffordern, ihm ein ausdrücklich auf diese vorzeitige
Vertragserfüllung gerichtetes Verlangen – im Fall eines außerhalb von Geschäftsräumen
geschlossenen Vertrags auf einem dauerhaften Datenträger – zu erklären.

Pflichten des Verbrauchers bei Rücktritt von einem Vertrag über Dienstleistungen,
Energie- und Wasserlieferungen oder digitale Inhalte

§ 16 FAGG (1) Tritt der Verbraucher nach § 11 Abs. 1 von einem Vertrag über Dienstleis-
tungen oder über die in § 10 genannten Energie- und Wasserlieferungen zurück, nachdem
er ein Verlangen gemäß § 10 erklärt und der Unternehmer hierauf mit der Vertragserfüllung
begonnen hat, so hat er dem Unternehmer einen Betrag zu zahlen, der im Vergleich zum
vertraglich vereinbarten Gesamtpreis verhältnismäßig den vom Unternehmer bis zum Rück-
tritt erbrachten Leistungen entspricht. Ist der Gesamtpreis überhöht, so wird der anteilig zu
zahlende Betrag auf der Grundlage des Marktwerts der erbrachten Leistungen berechnet.

(2) Die anteilige Zahlungspflicht nach Abs. 1 besteht nicht, wenn der Unternehmer seiner
Informationspflicht nach § 4 Abs. 1 Z 8 und 10 nicht nachgekommen ist.

Ausnahmen vom Rücktrittsrecht

§ 18 FAGG (1) Der Verbraucher hat kein Rücktrittsrecht bei Fernabsatz- oder außerhalb
von Geschäftsräumen geschlossenen Verträgen über Dienstleistungen, wenn der Unter-
nehmer – auf Grundlage eines ausdrücklichen Verlangens des Verbrauchers nach § 10
sowie einer Bestätigung des Verbrauchers über dessen Kenntnis vom Verlust des Rück-
trittsrechts bei vollständiger Vertragserfüllung – noch vor Ablauf der Rücktrittsfrist nach
§ 11 mit der Ausführung der Dienstleistung begonnen hatte und die Dienstleistung so-
dann vollständig erbracht wurde.

2. Rücktritt vom Immobiliengeschäft nach § 30 a KSchG

Ein Auftraggeber (Kunde), der Verbraucher (§ 1 KSchG) ist, kann binnen einer
Woche schriftlich seinen Rücktritt erklären
wenn,

er seine Vertragserklärung am Tag der erstmaligen Besichtigung des Vertragsobjektes ab-
gegeben hat,

seine Erklärung auf den Erwerb eines Bestandrechts (insbes. Mietrechts), eines sonstigen
Gebrauchs- oder Nutzungsrechts oder des Eigentums gerichtet ist, und zwar

an einer Wohnung, an einem Einfamilienwohnhaus oder einer Liegenschaft, die zum Bau
eines Einfamilienwohnhauses geeignet ist, und dies

zur Deckung des dringenden Wohnbedürfnisses des Verbrauchers oder eines nahen Ange-
hörigen dienen soll.

Die Frist beginnt erst dann zu laufen, wenn der Verbraucher eine Zweitschrift der Vertrags-
erklärung und eine Rücktrittsbelehrung erhalten hat, d. h. entweder am Tag nach Abgabe
der Vertragserklärung oder, sofern die Zweitschrift samt Rücktrittsbelehrung später ausge-
händigt worden ist, zu diesem späteren Zeitpunkt. Das Rücktrittsrecht erlischt jedenfalls
spätestens einen Monat nach dem Tag der erstmaligen Besichtigung.

Die Vereinbarung eines Angelds, Reugelds oder einer Anzahlung vor Ablauf der Rücktritts-
frist nach § 30 a KSchG ist unwirksam.

Eine an den Immobilienmakler gerichtete Rücktrittserklärung bezüglich eines
Immobiliengeschäfts gilt auch für einen im Zug der Vertragserklärung geschlos-
senen Maklervertrag.

Die Absendung der Rücktrittserklärung am letzten Tag der Frist (Datum des Poststempels)
genügt. Als Rücktrittserklärung genügt die Übersendung eines Schriftstückes, das eine Ver-
tragserklärung auch nur einer Partei enthält, mit einem Zusatz, der die Ablehnung des Ver-
brauchers erkennen lässt.

3. Rücktrittsrecht bei „Haustürgeschäften“ nach § 3 KSchG

Ist (nur) anzuwenden auf Verträge, die explizit vom Anwendungsbereich des Fern- und
Auswärtsgeschäftegesetz (FAGG) ausgenommen sind.

Ein Auftraggeber (Kunde), der Verbraucher (§ 1 KSchG) ist und seine Vertragserklärung

weder in den Geschäftsräumen des Unternehmers abgegeben,

noch die Geschäftsverbindung zur Schließung des Vertrages mit dem Unter-
nehmer selbst
angebahnt hat, kann bis zum Zustandekommen des Vertrages oder
danach binnen 14 Tagen seinen Rücktritt erklären.

Die Frist beginnt erst zu laufen, wenn dem Verbraucher eine „Urkunde“ ausgefolgt wurde,
die Namen und Anschrift des Unternehmers, die zur Identifizierung des Vertrages notwen-
digen Angaben sowie eine Belehrung über das Rücktrittsrecht, die Rücktrittsfrist und die
Vorgangsweise für die Ausübung des Rücktrittsrechts enthält.

Bei fehlender Belehrung über das Rücktrittsrecht steht dem Verbraucher das Rücktritts-
recht für eine Frist von zwölf Monaten und 14 Tagen ab Vertragsabschluss zu. Holt der
Unternehmer die Urkundenausfolgung innerhalb der zwölf Monate ab dem Fristbeginn
nach, so endet die verlängerte Rücktrittsfrist 14 Tage nach dem Zeitpunkt, zu dem der
Verbraucher die Urkunde erhält.

Die Erklärung des Rücktritts ist an keine bestimmte Form gebunden. Die Rücktrittsfrist ist
gewahrt, wenn die Rücktrittserklärung innerhalb der Frist abgesendet wird.

4. Das Rücktrittsrecht bei Nichteintritt maßgeblicher Umstände (§ 3 a KSchG)

Der Verbraucher kann von seinem Vertragsantrag oder vom Vertrag schriftlich
zurücktreten, wenn

ohne seine Veranlassung,

maßgebliche Umstände,

die vom Unternehmer als wahrscheinlich dargestellt wurden,

nicht oder in erheblich geringerem Ausmaß eingetreten sind.

Maßgebliche Umstände sind

die erforderliche Mitwirkung oder Zustimmung eines Dritten,

steuerrechtliche Vorteile,

eine öffentliche Förderung oder die Aussicht auf einen Kredit.

Die Rücktrittsfrist beträgt eine Woche ab Erkennbarkeit des Nichteintritts für den Ver-
braucher, wenn er über dieses Rücktrittsrecht schriftlich belehrt wurde. Das Rücktritts-
recht endet aber jedenfalls einen Monat nach beidseitiger vollständiger Vertragserfüllung.

Ausnahmen vom Rücktrittsrecht:

Wissen oder wissen müssen des Verbrauchers über den Nichteintritt bei den Vertragsver-
handlungen.

Im einzelnen ausgehandelter Ausschluss des Rücktrittsrechtes (formularmäßig nicht ab-
deckbar).

Angemessene Vertragsanpassung.

5. Das Rücktrittsrecht beim Bauträgervertrag nach § 5 BTVG

Mit dem Bauträgervertragsgesetz wurden Schutzbestimmungen für die Erwerber von
Rechten an erst zu errichtenden bzw. durchgreifend zu erneuernden Gebäuden, Woh-
nungen bzw. Geschäftsräumen geschaffen. Das Gesetz ist nur auf Bauträgerverträge
anzuwenden, bei denen Vorauszahlungen von mehr als 150,– Euro pro Quadratmeter
Nutzfläche zu leisten sind.

Der Erwerber kann von seiner Vertragserklärung zurücktreten, wenn ihm der Bau-
träger nicht eine Woche vor deren Abgabe schriftlich folgendes mitgeteilt hat:

1. den vorgesehenen Vertragsinhalt;

2. den vorgesehenen Wortlaut der Vereinbarung mit dem Kreditinstitut (wenn die Sicher-
ungspflicht nach § 7 Abs. 6 Z 2 (Sperrkontomodell) erfüllt werden soll)

3. den vorgesehenen Wortlaut der Bescheinigung nach § 7 Abs. 6 Z 3 lit. c; (wenn die
Sicherungspflicht nach § 7 Abs. 6 Z 3 (Bonitätsmodell im geförderten Mietwohnbau) erfüllt
werden soll)

4. den vorgesehenen Wortlaut der ihm auszustellenden Sicherheit (wenn die Sicherungs-
pflicht schuldrechtlich (§ 8) ohne Bestellung eines Treuhänders (Garantie, Versicherung)
erfüllt werden soll)

5. gegebenenfalls den vorgesehenen Wortlaut der Zusatzsicherheit nach § 9 Abs. 4 (wenn
die Sicherungspflicht des Bauträgers durch grundbücherliche Sicherstellung (§§ 9 und 10)
erfüllt werden soll (Ratenplan A oder B))

Sofern der Erwerber nicht spätestens eine Woche vor Abgabe seiner Vertragserklärung die
oben in Pkt. 1–5 genannten Informationen sowie eine Belehrung über das Rücktrittsrecht
schriftlich erhält, steht ihm ein Rücktrittsrecht zu. Der Rücktritt kann vor Zustandekommen
des Vertrages unbefristet erklärt werden; danach ist der Rücktritt binnen 14 Tagen zu er-
klären. Die Rücktrittsfrist beginnt mit Erhalt der Informationen zu laufen, jedoch nicht vor
Zustandekommen des Vertrages. Unabhängig vom Erhalt dieser Informationen erlischt das
Rücktrittsrecht aber jedenfalls spätestens 6 Wochen nach Zustandekommen des Vertrages.

Darüber hinaus kann der Erwerber von seiner Vertragserklärung zurücktreten, wenn eine
von den Parteien dem Vertrag zugrunde gelegte Wohnbauförderung ganz oder in er-
heblichem Ausmaß aus nicht bei ihm gelegenen Gründen nicht gewährt wird. Der Rücktritt
ist binnen 14 Tagen zu erklären. Die Rücktrittsfrist beginnt, sobald der Erwerber vom
Unterbleiben der Wohnbauförderung informiert wird und gleichzeitig oder nachher eine
schriftliche Belehrung über das Rücktrittsrecht erhält.

Das Rücktrittsrecht erlischt jedoch spätestens 6 Wochen nach Erhalt der Information
über das Unterbleiben der Wohnbauförderung.

Der Erwerber kann den Rücktritt dem Bauträger oder dem Treuhänder gegenüber schrift-
lich erklären.

VII. Steuerliche Auswirkungen bei Veräußerung

1. Veräußerungs- und Spekulationsgewinn (Immobilienertragsteuer)

Gewinne aus der Veräußerung privater Liegenschaften werden ab 01.04.2012 unbefristet
besteuert. Bei Immobilien, die nach dem 31.03.2012 veräußert werden, ist hinsichtlich
der Besteuerung zwischen „steuerverfangenen Immobilien“, die ab dem 01.04.2002
(bzw. 01.04.1997) entgeltlich angeschafft wurden, und „Altfällen“ zu unterscheiden.

„Steuerverfangene Immobilien“: 25 % Steuer auf Veräußerungsgewinn

Im Regelfall unterliegen Immobilien, die ab dem 01.04.2002 angeschafft wurden (bzw.
ab dem 01.04.1997, falls eine Teilabsetzung für Herstellungsaufwendungen in Anspruch
genommen wurde) einer einheitlichen Immobilienertragsteuer in Höhe von 25 % des
Veräußerungsgewinns,
der Differenz zwischen Anschaffungskosten und Verkaufspreis.
Steuermindernd wirken sich Instandsetzungs- und nachträgliche Herstellungsmaßnahmen
aus. Geltend gemachte Absetzbeträge von Anschaffungs- und Herstellungskosten ein-
schließlich jener AfA, welche bei der Berechnung der besonderen Einkünfte (Details siehe
unten) abgezogen worden ist, sowie offene Teilabsetzbeträge für Instandsetzungsaufwen-
dungen müssen hinzugerechnet werden.

Ab einer Behaltedauer von 10 Jahren kann eine Inflationsabgeltung in Höhe von 2 %
pro Jahr, insgesamt gedeckelt mit 50 %, geltend gemacht werden, d. h. ab dem 35. Jahr
wird der Spekulationsgewinn mit 12,5 % besteuert.

HINWEIS: Vor allem bei vermieteten Immobilien kann die Ermittlung des Veräußerungs-
gewinns im Regelfall nur im Zusammenwirken mit dem Steuerberater und Immobilienver-
walter des Verkäufers ermittelt werden. Die Meldung und Abfuhr der Immobiliener-
tragsteuer
hat durch den Parteienvertreter (Vertragserrichter) spätestens am 15. Tag
des auf den Kalendermonat des Zuflusses zweitfolgenden Kalendermonats zu erfolgen.

„Altfälle“: 3,5 % bzw. 15 % Steuer auf gesamten Kaufpreis

Bei einem letzten entgeltlichen Erwerb vor dem 01.04.2002 (bzw. im Falle von geltend
gemachten Teilabsetzungen gem. § 28 Abs. 3 EStG 01.04.1997) wird pauschal der Ver-
äußerungserlös (tatsächlicher erzielter Kaufpreis) besteuert.

3,5 % vom Veräußerungserlös bzw.

15 % vom Veräußerungserlös, wenn seit dem 01.01.1988 eine Umwidmung stattge-
funden hat.

Über Antrag ist es in jedem Fall möglich, den Spekulationsgewinn zu errechnen und diesen
mit 25 % zu versteuern oder aber auch mit dem Einkommensteuertarif zu veranlagen.

2. Befreiung von der Immobilienertragsteuer

A) Hauptwohnsitzbefreiung

Wenn eine Immobilie ab der Anschaffung mindestens zwei Jahre durchgehend bis zur Ver-
äußerung als Hauptwohnsitz gedient hat oder 5 Jahre durchgehender Hauptwohnsitz in
den letzten 10 Jahren vor Veräußerung gegeben ist, fällt keine Immobilienertragsteuer an.

B) Selbst erstellte Gebäude

Eine solche Steuerbefreiung ist auch für selbst erstellte Gebäude (Veräußerer hat die
Bauherreneigenschaft) gegeben: Diese Gebäude dürfen aber in den letzten 10 Jahren vor
Veräußerung nicht zur Erzielung von Einkünften aus Vermietung und Verpachtung ver-
wendet worden sein.

C) Weitere Ausnahmen

Weitere Ausnahmen sind für Tauschvorgänge im Rahmen eines Zusammenlegungs- oder
Flurbereinigungsverfahrens vorgesehen sowie für Anrechnung von Grunderwerb-
steuern
und Stiftungseingangssteuern sowie Erbschafts- & Schenkungssteuern der
letzten 3 Jahre vor Veräußerung auf die Spekulationssteuer.

3.Teilabsetzbeträge und Spekulationsgewinn-Ermittlung

Bei Ermittlung des Spekulationsgewinnes von „steuerverfangenen“ Grundstücken müssen
die begünstigt abgesetzten Teilbeträge für Herstellungsaufwendungen – neben den abge-
setzten Instandsetzungszehnteln – dem Spekulationsgewinn hinzugerechnet werden. Sie
sind demnach gem § 30 Abs 3 EStG bereits im Spekulationsgewinn enthalten und daher
mit dem besonderen Steuersatz von 25% besteuert.

Bei nicht mehr steuerverfangenen Grundstücken erfolgt anlässlich der Veräußerung von
vermieteten Grundstücken bei Ermittlung des Veräußerungsgewinnes nach der Pauschal-
methode (mit 3,5 % des Veräußerungserlöses) eine Nachversteuerung in Form der Hinzu-
rechnung in Höhe der Hälfte der in den letzten 15 Jahren vor der Veräußerung abgesetzten
Herstellungsfünfzehntel (im Sonderfall auch Zehntel) mit dem Sondersteuersatz von 25 %.

4. Verlust der Zehntel- bzw. Fünfzehntelabsetzung

Wenn der Verkäufer für Instandsetzungs- und Herstellungsaufwendungen einen Antrag auf
Absetzung in Teilbeträgen gemäß § 28 Abs. 2, 3 und 4 EStG 1988 (Zehntel- bzw. Fünfzehn-
telabsetzung) gestellt hat, geht das Recht der Absetzung der im Zeitpunkt des Verkaufes
noch nicht geltend gemachten Zehntel- bzw. Fünfzehntelbeträge für den Verkäufer und den
Käufer verloren.

5. Vorsteuerberichtigung und Umsatzsteuer

Vorsteuerbeträge, resultierend aus Anschaffungs- und Herstellungsaufwendungen, sowie
aus Großreparaturen, sind bei Übertragung unter Lebenden innerhalb der nachfolgenden
19 Jahre anteilig zu berichtigen. Für bereits vor dem 01.04.2012 genutzte bzw. verwen-
dete Anlagegüter gibt es aber eine Übergangsvorschrift, die einen neunjährigen Berichti-
gungszeitraum vorsieht. Bei unternehmerischer Nutzung des Rechtsnachfolgers (z.B.
Zinshaus) kann die Vorsteuerberichtigung vermieden werden, indem 20 % Umsatzsteuer
zum Kaufpreis zusätzlich in Rechnung gestellt wird.

Zu beachten sind jedoch die Auswirkungen des 1. StabilitätsG 2012 bei nicht
fast ausschließlich zum Vorsteuerabzug berechtigenden Umsätzen eines Mieters.
Es ist in jedem Fall zu empfehlen, die umsatzsteuerrechtliche Situation im Detail
vor der Kaufvertragserstellung mit einem Steuerexperten zu erörtern.

6. Verkauf von Waldgrundstücken

Die stillen Reserven aus dem stehenden Holz werden aufgedeckt und sind zu versteuern.

Diese Broschüre wird Ihnen von der Firma

Gabriele Wieser Erfolgsimmobilien
Bendikstraße 3
A-4300 St. Valentin

überreicht, welche als Makler tätig ist und durch

Frau    GABRIELE WIESER    vertreten ist.

Entsprechend dem bestehenden Geschäftsgebrauch kann der Makler als Doppelmakler
tätig sein.

Der Makler steht mit dem zu vermittelnden Dritten in  keinem familiären oder
wirtschaftlichen Naheverhältnis.

Widerrufsformular

(wenn Sie den Vertrag widerrufen wollen, dann füllen Sie bitte dieses Formular aus und senden es zurück)

An (hier ist der Name, die Anschrift und gegebenenfalls die Faxnummer und E-Mail-Adresse des Unternehmers durch den Unternehmer einzufügen)

– Hiermit widerrufe(n) ich/wir(*) den von mir/uns(*) abgeschlossenen Vertrag über den
Kauf der folgenden Waren(*)/die Erbringung der folgenden Dienstleistung (*):

                                                                                                                                               

                                                                                                                                               

– Bestellt am (*) / erhalten am (*):                                                                                  

– Name des/der Verbraucher(s):                                                                                  

                                                                                 

– Anschrift des/der Verbraucher(s):                                                                                  

                                                                                 

                                                                                 

                                                                      

– Unterschrift des/der Verbraucher(s) (nur bei Mitteilung auf Papier)

– Datum:                                     

(*) Unzutreffendes streichen

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